AKTUELLE NACHRICHTEN

Eckpunkte der neuen deutschen Russlandpolitik

Am 15.04.2018 veröffentlichte Michael Roth, Staatsminister im Auswärtigen Amt, die Leitlinien der neuen Russlandpolitik unter Heiko Maas. Sie umfasst 6 Punkte: Eine gemeinsame EU-Strategie, kein deutscher Sonderweg mit Rücksicht auf Polen und das Baltikum , Dialog auf der Ebene der Zivilgesellschaft (Kultur, Wissenschaft, Sport und Medien, um besonders kritische Geister in Russland zu unterstützen), sowie Bekenntnisse zu Sanktionen, zur EU als Werte- und Solidaritätsgemeinschaft und zur Erinnerungskultur wg. deutscher Kriegsverbrechen. Näheres hier.

 

Gespräch mit Ministerpräsident Daniel Günther

Am 22.03.2018 sprach der Deutsch-Russische Wirtschaftsbund in Kiel mit dem Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein, Daniel Günther, sowie Mitgliedern der CDU-Landtagsfraktion über eine Kooperation von Deutschlands nördlichstem Bundesland mit russischen Regionen. Unterhalb der europa- und bundespolitischen Ebene soll eine Zusammenarbeit mit regionalem Fokus wie etwa mit Woronesch unterstützt werden – zum Wohle der Menschen und der mittelständischen Wirtschaft auf beiden Seiten. Die CDU-Landtagsfraktion hatte im November 2017 das Gebiet Woronesch besucht.

 

Neue deutsche Russlandpolitik?

Bereits einen Tag nach dem Stabwechsel im Auswärtigen Amt zeichnen sich andere Schwerpunkte in der deutschen Russlandpolitik ab. Der neue Außenminister Heiko Maas kündigte bereits in seiner ersten Rede einen harten Kurs gegenüber Russland an. Einen Tag später sprach „Minister a.D.“ Sigmar Gabriel am 15.03.2018 beim Deutsch-Russischen Forum und kritisierte deutlich die neue Richtung. Ein von Gabriel bereits als Wirtschaftsminister 2016 angeregter schrittweiser Sanktionsabbau scheint in noch weitere Ferne zu rücken.

 

Industrie in Sachsen-Anhalt – RULMECA und Zadcon

Am 02.03.2018 besuchte der Deutsch-Russische Wirtschaftsbund zwei Firmen in Sachsen-Anhalt. Als Ausgliederung der Firma VEB Zementanlagenbau fokussiert die Zadcon GmbH mit Sitz in Dessau das Engineering für Drehrohre. Sie finden zur Erhitzung oder Abkühlung von Schüttgütern wie etwa Kalk auch in russischen Anlagen Einsatz. Die RULMECA Germany GmbH produziert in Aschersleben Tragrollen (Bild). Wichtiger sind selbstantreibende Trommelmotoren für Fließbänder mit Schüttgut, etwa in Häfen.

 

Pharmazie im Rheinland

Südöstlich von Köln produziert das mittelständische Pharmaunternehmen Krewel Meuselbach beliebte OTC-Produkte. Das Unternehmen entstand in den 1990er Jahren aus dem Zusammenschluss des rheinischen Krewel GmbH mit der Firma Meuselbach in Thüringen. Diese brachte das Russlandgeschäft in die Fusion ein. Für Pharmahersteller ist der russische Markt hochattraktiv. Am 27.02.2018 sprach der Deutsch-Russische Wirtschaftsbund in Eitorf über Möglichkeiten das Russlandgeschäft zu intensivieren.

 

Unternehmerabend München
Bayerische Mittelständler im Russlandgeschäft

Russland ist traditionell wichtiger Markt für süddeutsche Unternehmen. Bayern betreibt den Dialog mit Russland und der Sowjetunion seit Franz-Josef Strauß mit besonderer Intensität. Um bayerische Mittelständler noch stärker einzubinden führte der Deutsch-Russische Wirtschaftsbund am 26.02.2018 in München Gespräche mit verschiedenen Multiplikatoren. Darunter der Bundesverband deutscher Mittelständler e.V. („Wir Eigentümerunternehmer“) und die ARTEMIS Group.

 

Deutsch-Russischer Wirtschaftsbund beim LOXX
LOXX Logistik in Gelsenkirchen

Seit den 1990er Jahren sind Verkehre nach Osteuropa für LOXX Alltag. Bemerkenswert sind Stückgut-Linienverkehre ab Ruhrgebiet zu sechs russischen Großstädten. Sie werden direkt angefahren. Am 15.02.2018 besuchte der Deutsch-Russische Wirtschaftsbund LOXX in Gelsenkirchen. Auf dem Gelände der früheren Zeche „Graf Bismarck“ ging es um Fragen zur Zollabwicklung und temperaturgeführten Verkehren.

Stahlindustrie im Ruhrgebiet

Das Kaltwalzwerk der Mendritzki Holding GmbH & Co KG mit Sitz in Bochum und Plettenberg gehört zu den klassischen Branchen des Ruhrgebiets. Zur Unternehmensgruppe zählen auch zwei Werke in Thüringen, deren Markterschließung in Russland Thema eines Gesprächs des Deutsch-Russischen Wirtschaftsbunds am 15.02.2018 in Bochum war. Im Mittelpunkt stehen dabei Schneidwerkzeuge für die aufstrebende Land-und Forst- und Kommunalwirtschaft, etwa zum Mähen, Häkseln oder für das Recycling.

 

Ergebnis Blitzumfrage

klares Ergebnis unserer Blitzumfrage von letzter Woche: drei Viertel der deutschen Mittelständler rechnen mit einem positiven Russlandgeschäft, ein Drittel hält eine Verbesserung sogar für sehr wahrscheinlich. Unter Logistikern liegt der Wert mit 39 % noch höher. Bei der Politik verläuft der Trend umgekehrt, die vollständige Pressemitteilung lesen Sie hier. Einige Statements haben wir für Sie in diesem Video zusammengefasst.

 

Luftfahrt – Russland Zukunftsmarkt

Nach Seattle und Toulouse ist Hamburg der weltweit drittgrößte Standort der Zivilluftfahrtindustrie. Der Verband Hanse Aerospace e.V. vertritt etwa 160 Mittelständler der norddeutschen Zulieferindustrie. Um sich für das prognostizierte Marktwachstum besser zu wappnen wenden sich deutsche Zulieferer nun verstärkt auch russischen OEMs zu. Der Deutsch-Russische Wirtschaftsbund vereinbarte mit dem Vorsitzenden Alkmadis Thomas und dem Geschäftsführer Dennis Hannemann am 09.02.2018 eine Kooperation für die diesjährige Fachmesse „Cabin Interior“.

Macron Gast beim St. Petersburg International Economic Forum

Am 09.02.2018 wurde bekannt, dass der französische Präsident diesjähriger Ehrengast beim internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg sein wird. Damit nimmt das Oberhaupt der zweitgrößten europäischen Volkswirtschaft trotz EU-Sanktionen eine große Chance wahr. Aus Sicht deutscher Mittelständler ist dies als Schritt in Richtung Normalität zu begrüßen. Der Deutsch-Russische Wirtschaftsbund wird seine Delegationsreise nach Woronesch mit dem Forum verbinden – am „Tag Null“ vor dem offiziellen Beginn (23.05.2018) findet erstmals ein Tag des Mittelstands statt. (Bild: www.forumspb.com)

 

 

12 russische Aussteller erstmals bei Spielwarenmesse Nürnberg

Die Exportinitiative der russischen Regierung ermöglichte 12 russischen Herstellern von Spielwaren die erstmalige Teilnahme an der Spielwarenmesse vom 31.01.-04.02. in Nürnberg. Hinzu kommen einige weitere russische Produzenten, die bereits zum wiederholten Male ausstellten. Die Branche wird traditionell von kleineren und mittleren Familienmunternehmen dominiert, dies gilt auch für die russischen Aussteller. Der Deutsch-Russische Wirtschaftsbund diskutierte am 01.02.2018 mit Ausstellern und Vertretern der russischen Durchführungsgesellschaft Strategien zum Markteintritt in Deutschland (Bild).

 

Günter Verheugen verurteilt EU-Russlandpolitik

Beim Neujahrsempfang des neuen russischen Think Tanks „Dialogue of Civilizations Research Institute” (DOC, www.doc-research.org) sprach am 30.01.2018 Günter Verheugen. Der für die Osterweiterung zuständige frühere EU-Kommissar wies auf zentrale Versäumnisse der EU-Russlandpolitik der letzten 15 Jahre hin, die letztlich für den unbefriedigenden Zustand der Beziehungen der Europäischen Union zu Russland mit verantwortlich seien. Anwesend war auch ex-RZD-Chef Wladimir Yakunin, Aufsichtsratsvorsitzender des DOC, das 2017 in Berlin-Mitte seine Arbeit aufgenommen hat.

Vor Ort – Medizintechnik bei PHYSIOMED

Im fränkischen Schnaittach produziert die PHYSIOMED ELEKTROMEDIZIN AG (www.physiomed.de) Premiumprodukte für physikalische und biomechanische Diagnostik- und Therapieformen in den Bereichen Rehabilitation, Sport und ästhetische Medizin. Kunden sind dabei auch bekannte Vereine beliebter Sportarten auf Erstlingsniveau wie Fußball, Basketball oder Eishockey. Eine führende Rolle der über 80 Exportländer nimmt Russland ein. Der Deutsch-Russische Wirtschaftsbund diskutierte am 29.01.2018 in Schnaittach Strategien für den weiteren Ausbau der Marktstellung.

Neujahrsempfang 2018
Neujahrsempfang 2018

Am 25.01.2018 lud der Deutsch-Russische Wirtschaftsbund zum Neujahrsempfang in die Räume seines Mitglieds www.bdo.de. Hausherr Parwäz Rafiqpoor, Mitglied des Vorstands des BDO AG, betonte die Bedeutung Russlands ebenso wie Frank Horch, Wirtschaftssenator der Freien und Hansestadt Hamburg. Nach der Wahl des russischen Präsidenten im März 2018 wird es voraussichtlich zu Neubesetzungen auf Regierungsebene kommen. Interessant wird, wer für den weiteren Aufbau mittelständischer Unternehmen in Russland zuständig sein wird. Impressionen

Vor Ort – Gießerei Heunisch in Mittelfranken

Mit der Produktion von Getriebegehäusen insbesondere für landwirtschaftliche Fahrzeuge hat sich die Gießerei Heunisch (www.heunisch-guss.de) einen Namen geschaffen. Zur weiteren Erschließung des russischen Markts plant die Firma die Erlangung der Zertifizierung als „vaterländischer Hersteller“. Eine Besprechung weiterer Einzelheiten kombinierte der Deutsch-Russische Wirtschaftsbund am 29.01.2018 im mittelfränkischen Bad Windsheim mit einer Besichtigung der beeindruckenden Produktion, deren Erzeugnisse in eine Sandmischung gegossen werden.

Mittelstand im Dialog
Mittelstand im Gespräch

Erstmals im Einsatz war beim Neujahrsempfang die neue Mittelstandslounge des Deutsch-Russischen Wirtschaftsbunds. Sie bietet Vertretern im Russlandgeschäft engagierter Mittelständler am Rande größerer Veranstaltungen Gelegenheit, ihre Einschätzungen zu wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen und Fragestellungen vor laufender Kamera zu äußern. Die Clips werden vom Verband zielgerichtet eingesetzt. Am 25.01.2018 wurde diese Möglichkeit rege genutzt (links im Bild: Martin Kuhlmann, Geschäftsführer unseres Mitglieds axandis GmbH).

Stefan Dürr
Grüne Woche - Russland wieder Aussteller

Zur Agrarleitmesse Grüne Woche ist Russland dieses Jahr erstmals seit 2015 wieder mit einem Messestand vertreten. Am 19.01.2018 diskutierte Vize-Agrarminister Ewgenyi Gromyko (Bild 2.v.l.) gemeinsam u.a. mit Stefan Dürr, Träger des Mittelstandspreises 2017 des Deutsch-Russischen Wirtschaftsbunds (Bild links), über Perspektiven der globalen Ernährungssicherung. Der russische Staat investiert Milliardensummen in die Ertüchtigung der heimischen Landwirtschaft. Gromyko warb insbesondere für Investitionen im Bereich Milch und Käse.

 

 Internationale Möbelmesse

Als internationale Leitmesse der Möbelbranche lädt die IMM alljährlich nach Köln. Viele Marken exportieren inzwischen nach Russland, teilweise mit kontinuierlichen Steigerungsraten. Da Möbel nicht unter Sanktionen fallen und i.d.R. Frachtvolumen generieren auch für Logistiker ein interessantes Feld. Am 16.01.2018 diskutierte der Deutsch-Russische Wirtschaftsbund auf der IMM über Besonderheiten des Russlandverkehrs. Stärker als in den Vorjahren waren dieses Jahr russische Aussteller vertreten, auch über den Gemeinschaftsstand des russischen Expocenters hinaus.

 

Chance Schiedsgerichte

Neben der staatlichen Gerichtsbarkeit gibt es auch die Möglichkeit Streitfälle über Schiedsgerichte zu lösen. Über die Bedingungen und Entwicklung dieser Form der freiwilligen Gerichtsbarkeit sowie Regelungen für alternative Instrumente des Konfliktmanagements wie Mediation und Schlichtung im bilateralen Geschäft diskutierte der Deutsch-Russische Wirtschaftsbund am 15.01.2018 in Köln mit der Deutschen Institution für Schiedsgerichtsbarkeit e.V. Nach 20 Jahren tritt im Frühjahr dieses Jahres eine neue Schiedsgerichtsordnung in Kraft, über die wir gesondert informieren werden.

 

Wladimir Grinin
Botschafter Wladimir Grinin verabschiedet

Mit einem Empfang in der russischen Botschaft in Berlin hat sich Botschafter Wladimir Grinin am 10.01.2017 verabschiedet. Der feinsinnige Diplomat vertrat die russische Föderation seit 2010 in Deutschland und erlebte nach eigenem Bekunden „alle Höhen und Tiefen der immer wechselvollen und nie konstanten“ bilateralen Beziehungen mit. Die Belange mittelständischer Unternehmen sind Wladimir Grinin wichtig, für unseren Verband war er wichtiger Ansprechpartner einiger Hintergrundgespräche und Gast beim 2. Deutsch-Russischen Mittelstandstag 2016. Wir wünschen ihm alles Gute.